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SPECKSTEIN, STEINBRÜCHE, FELSGRAVIERUNGEN 

Plurs war wegen der Gewinnung und Verarbeitung von Speckstein das wichtigste Zentrum des Bergell. Schon zu Römerzeiten, im ersten Jahrhundert nach Christus, wurde es in der Naturalis Historia von Plinius dem Älteren erwähnt. Diese Tätigkeit setzte sich in den folgenden Jahrhunderten fort und garantierte dem Dorf einen beträchtlichen Reichtum. Sie flaute gegen Mitte des 19. Jahrhunderts ab und verschwand Ende des Jahrhunderts ganz. Erst vor dreißig Jahren begann man wieder damit, Speckstein zu bearbeiten. Speckstein ist eine besondere Art Gestein aus den grünen Steinen von Chiavenna: die allgemeine Bezeichnung wird für verschiedene Arten von fein- bis mittelkörnigem Gestein verwendet. Die petrographische Analyse der Ablagerungen im Valchiavenna hat diesen Steintyp der Gruppe der kalk- und chloridhaltigen Gesteine zugeordnet.

Er ist durch seine graue oder grüngraue Farbe zu erkennen.

Diese Steine haben wegen ihres unterschiedlichen Mineralgehaltes unterschiedliche Härtegrade. Der Speckstein ist besonders für eine Verarbeitung an der Drehbank geeignet, zur Herstellung von Töpfen, Olle oder Laveggi genannt und von Furàgn, Behältern.

Es existieren Aufzeichnungen aus dem Jahre 1356, in denen Unternehmen auftauchen, die die Steinbrüche ausbeuteten. Im Laufe der Zeit weitete sich die Produktion soweit aus, dass detaillierte Vorschriften zum Abbau erlassen wurden.

Die Steinbrüche, in denen der Stein abgebaut wurde, konzentrierten sich im Gebiet zwischen Plurs, Chiavenna und Prata, vor allem aber im Bereich des Naturparks Marmitte dei Giganti. Der Stein wurde sowohl unter Tage als auch über Tage abgebaut: Steinmetze stiegen in die Tróne (Tunnel), schlugen den Fels ab und bearbeiteten die zylindrischen Blöcke, die dann in die Werkstätten der Dreher entlang des Flusses gebracht wurden. Diese bearbeiteten dann die Steine auf ihren Drehbänken, die mit Wasserkraft angetrieben wurden. Aus einem Block Speckstein konnte man mit erfahrener Hand sehr viele Laveggi herstellen. Die fertigen Produkte wurden dann teuer von lokale Händler in ganz Europa verkauft.

Auf den Felsen, an den Wänden der Höhlen und den Außenseiten der Felsbrocken sind

Felsgravierungen zu sehen, vor allem ab dem Mittelalter. Man kann diese Gravierungen aufgrund der Art der Figuren auf das fünfzehnte bis neunzehnte Jahrhundert datieren. Einige dieser Zeichen ermöglichen es uns, die Aktivitäten in den Steinbrüchen zur damaligen Zeit besser zu rekonstruieren. Die magischen, religiösen und anderen Symbolfiguren sind überall zu sehen; einige dieser Zeichen scheinen prähistorisch zu sein.

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